Illegale Müllentsorgung in Berlin

Schonen Sie die Umwelt und vermeiden Sie Bußgelder

Kaputte Elektrogeräte im Gebüsch, Parkwiesen, die unter Müllbergen verschwinden, zerbrochene Flaschen auf dem Gehweg – Berlin kann wahrlich nicht als die sauberste Stadt Deutschlands bezeichnet werden. Allein im Jahr 2016 kamen mehr als 46 Millionen Tonnen haushaltstypische Siedlungsabfälle in der Hauptstadt zusammen: vom täglich anfallenden Hausmüll über Gartenabfälle bis hin zum Elektroschrott.

Und leider landet nicht alles davon in der vorgeschriebenen Abfalltonne oder auf dem Recyclinghof. Sei es aus Bequemlichkeit oder weil so mancher die Kosten für die Sperrmüllabfuhr sparen will, viele Abfälle werden achtlos im öffentlichen Raum entsorgt. Nicht nur, dass dadurch das Bild der Stadt verschandelt wird, es ist auch schädlich für die Umwelt und die Gesundheit. Denn giftige Stoffe können ins Grundwasser gelangen und besonders dort, wo Essensreste achtlos entsorgt werden, tummeln sich Ratten und andere Schädlinge.

Außerdem können Abfälle, die nicht fachgerecht entsorgt wurden, nicht weiter verwertet werden. Dabei ließen sich viele Dinge recyceln oder sogar wiederverwenden, was die Produktion weiteren Mülls verringern würde. Die illegale Entsorgung schadet der Umwelt somit auf mehr als eine Weise.

Um die Leute davor abzuschrecken, ihren Müll einfach abzuladen, wo es ihnen gefällt, gilt in jedem Bundesland ein Bußgeldkatalog für illegale Müllentsorgung. Für die Landeshauptstadt ist die Bußgeldvorschrift im § 28 des „Gesetzes zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen in Berlin (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Berlin - KrW-/AbfG Bln)“ festgelegt. Gemäß diesem können Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit der Abfallentsorgung mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Dieser Betrag stellt jedoch wohlgemerkt das absolute Höchstmaß dar und wird in der Regel nur bei mehrfachen und schwerwiegenden Verstößen verhängt. Bürger*innen, die einmalig dabei erwischt werden, wie sie Zigarettenkippen, Taschentücher oder Flaschen achtlos wegwerfen, kommen für gewöhnlich mit einem Bußgeld von bis zu 35 Euro davon. Werden sie jedoch ein zweites Mal ertappt, kann der Betrag schon um einiges höher ausfallen. Dies liegt im Ermessen der Bußgeldstelle.

Meist ist der Schmutzfink jedoch nicht mehr zu ermitteln. Sollten Sie Zeuge einer illegalen Müllablagerung werden, können Sie eine Anzeige beim jeweiligen Ordnungsamt Ihres Bezirks, z. B. dem Bezirksamt Mitte, machen. Dies ist sogar per App möglich. Das Land Berlin stellt dafür nämlich extra die Anwendung „Ordnungsamt-Online“ zur Verfügung. Aber natürlich können Sie sich auch schriftlich, telefonisch oder per E-Mail an das Ordnungsamt wenden. Die Anzeige kann auch anonym erfolgen.

Und selbst wenn Ihnen der Übeltäter nicht bekannt ist, können Sie illegalen Müll beim Ordnungsamt melden. Dieses kümmert sich dann um die fachgerechte Entsorgung. Je nachdem, um welche Art von Abfall es sich handelt und wo er abgeladen wurde, sind z. B. die BSR, die Straßen- und Grünflächenämter oder die Wohnungsaufsichtsämter der Bezirke für die Entsorgung zuständig.