Auswahlverfahren: „Lebendige Spielplätze - Auf die Plätze, fertig, los!“

Das Quartiersmanagement (QM) Badstraße sucht in Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirk Mitte einen Projektträger zur Ausarbeitung und Umsetzung der Projektidee „Lebendige Spielplätze - Auf die Plätze, fertig, los!“ (Arbeitstitel). Die Durchführung des Projekts wird in enger Abstimmung mit dem QM Badstraße erfolgen.

 

Ausgangssituation

Das QM Badstraße hat im Kiez verteilt diverse Spielplätze. Einige wurden zum Teil im Rahmen des Spielplatzsanierungsprogramms durch den Bezirk saniert. Dennoch ist der Bedarf im QM Badstraße nach weiteren Flächen gegeben, da die Spielplätze oftmals stark übernutzt sind. Auch besteht der Wunsch nach einer größeren thematischen Vielfalt, da sich die vorhandenen Flächen kaum voneinander unterscheiden.

Die Spielplätze sind künstlich geschaffene Orte, die vom Stadtraum abgegrenzt sind und eine klar definierte Nutzung nach DIN Norm vorgeben. Dabei sollten Spielplätze insbesondere Orte sein, um die Neugier der Kinder zu fördern und zu fordern. Hier gilt es alle Altersgruppen anzusprechen, da viele Spielplätze oft nur und ausschließlich für Kleinkinder und Kinder konzipiert sind und für Jugendliche kaum bis gar keine Rückzugs –und Aktionsräume auf diesen Plätzen bestehen.

 

Zielstellung und Zielgruppen

Folgende Ziele sollen im Rahmen des Projekts erreicht werden:

-          Kinder sollen ermutigt werden, selbstständig zu spielen

-          Gemeinsam mit den Kindern sollen die Spielplätze der Zukunft geplant werden und dabei auch über die Grenzen der   Spielplätze hinaus gedacht werden

-          Kinder und Jugendliche sollen als gleichberechtigte Akteure des öffentlichen Raums wahrgenommen werden und sollen sich Gehwege und andere Orte spielerisch „zurückerobern“

-          Die Rücksichtnahme und Akzeptanz von Kindern und Jugendlichen in der Nachbarschaft soll gestärkt werden (Thema: Lärm, Konflikte usw.) Kinder und Eltern sollen in einem Lernprozess den öffentlichen Raum als sicheren Raum wahrnehmen

-          Es sollen „Spielplatzpaten“ gewonnen werden und Kooperationspartner (lokale Akteure, Vereine usw.), um den Projekterfolg langfristig zu sichern

 

Aufgabenstellung und Maßnahmen

Kreativität, Selbstbestimmung und Selbstständigkeit sollen durch das Projekt gefördert werden. Gemeinsam mit den Kindern sollen andere Perspektiven und alternative Spielmöglichkeiten für einen klassischen Spielplatz ausprobiert werden. Dazu gehören zusätzliche Bewegungsspiele und Sportgeräte, wie Slackline, Federball, Tischtennis, Frisbee, Fußball, aber es gilt auch alte Kinderspiele wiederzuentdecken, wie Himmel und Hölle oder Gummitwist. Dies kann sowohl durch regelmäßige Angebote als auch Aktionen (wie Thementage, Kinderolympiaden) stattfinden. Die Fantasie der Kinder soll angeregt und genutzt werden, Neues zu entwickeln. Über die Grenzen des klassischen Spielplatzes hinaus soll der städtische Raum entdeckt, bespielt und angeeignet werden, damit spielende Kinder ein selbstverständlicher Teil des Lebens im öffentlichen Raum werden, ohne dabei durchgehend betreut und kontrolliert zu werden. Dies ist sowohl mit einer gegenseitigen Rücksichtnahme der Kinder untereinander, als auch von den Bewohner*innen zu den Kindern verbunden.

Durch kontinuierlichen Kontakt zu den Eltern soll zudem der Austausch der Eltern untereinander, z. B. über ihren Alltag und die Realität der täglichen Herausforderungen des Lebens mit Kindern im Kiez, angeregt und gefördert werden, damit sie an dem Prozess teilnehmen, ihn mitgestalten, fortführen und in den eigenen Alltag mit ihren Kindern integrieren.

Für die kalte Jahreszeit sollen alternative Angebote und „Winterquartiere“ identifiziert werden.

Zur Sicherung des Projekterfolgs sollen auch weitere lokale Akteure (Vereine, Initiativen usw. im Quartier), aber auch Institutionen (z.B. Stadtteilzentrum, Jugendtreffs, Schulen) als Kooperationspartner oder auch „Spielplatzpaten“ angesprochen und einbezogen werden, um Angebote und Netzwerkstrukturen zu entwickeln. Diese sollen für einen nachhaltigen Projekterfolg perspektivisch zu selbsttragenden Strukturen verstetigt werden.

Projektzeitraum

Das Projekt muss im Zeitraum ab Sommer 2019 bis Ende 2021 realisiert werden.

Projektfinanzierung

Die Finanzierung erfolgt als Zuwendung aus Mitteln des Programms Soziale Stadt (Projektfonds). Für das Projekt steht eine Gesamtsumme von max. 100.000 € (2019: 20.000 €, 2020 und 2021: jeweils 40.000 €) zur Verfügung. Mit diesen Mitteln sind alle erforderlichen Personal- und Sachkosten zu decken.

 

Voraussetzungen (Träger)

Idealerweise überzeugen die Bewerber*innen durch ein frisches Konzept mit einer konkreten Strategie, haben Erfahrungen in der Umsetzung von vergleichbaren Maßnahmen und können einschlägige Qualifikationen durch Referenzen nachweisen. Dem pädagogisch qualifizierten und interdisziplinären Team sind Methoden in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber auch in der Kommunikation mit Eltern bekannt.

Wichtig ist weiterhin Wissen zu den lokalen und sozialen Gegebenheiten sowie zu den verschiedenen Einrichtungen des QM-Gebietes Badstraße, z. B. für eine Kooperation mit Spielplatzpaten.

Wünschenswert sind Erfahrung in der Dokumentation und Abrechnung von Projekten, insbesondere im Programm Soziale Stadt.

 

Einzureichende Unterlagen

Bitte verwenden Sie für Ihr Projekt ausschließlich die dafür vorgesehenen Formulare „Projektskizze“ und „Finanzplan“ (FB 01). Diese sind im QM Badstraße erhältlich und stehen zum Download unter www.badstrasse-quartier.de oder auf der Seite des PDL bereit (https://www.pdl-berlin.eu/foerderinformationen/downloadbereich/formulare-soziale-stadt/formulare-soziale-stadt-projektfonds.html). Die Angaben sind in der Projektskizze vollständig auszufüllen. Die Projektskizze und der Finanzplan können auf Nachfrage auch durch das QM-Team zugesandt werden.

Der Finanzplan ist differenziert nach Jahren und Kostenpositionen zu erstellen (bei Personalkosten ist das Besserstellungsverbot gem. Anlage 2 AV § 44 Nr. 1.3 der LHO zu beachten, Honorarkosten sind aufzuschlüsseln mit Stundenkalkulation inkl. Stundensatz). Alle Kostenpositionen sind soweit möglich zu belegen, Pauschalbeträge werden nicht anerkannt (ggf. ist eine ergänzende Aufstellung der Kosten beizufügen).

Für die Steuerung des Projektes wird eine Kostenpauschale in Höhe von 7 % der Projektkosten gewährt (siehe auch Finanzplan).

Ein Nachweis der fachlichen Qualifikationen des eingesetzten Personals mit kurzer stichpunktartiger Aufführung bisheriger Tätigkeiten ist der Bewerbung beizufügen.

 

Bewerbungsfrist und weiteres Verfahren

Die einzureichenden Unterlagen sind in Papierform und digital bis zum 01.07.2019 um 14.00 Uhr im Büro des Quartiersmanagements einzureichen:

L.I.S.T. GmbH

Quartiersmanagement Badstraße

Bellermannstraße 81, 13357 Berlin

Tel: 030 221 90 900

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Ein Auswahlgespräch zur persönlichen Präsentation Ihres Projektkonzeptes wird voraussichtlich am 08.07., 09.07. oder 10.07.2019 stattfinden. Wir bitten, diesen Zeitraum vorzumerken. Eine Einladung erfolgt kurzfristig nach einer Vorprüfung der eingereichten Unterlagen.       

Für die Auswahl des Projektträgers werden folgende Kriterien zu Grunde gelegt:

-          Methodik und Herangehensweise an die Umsetzung der Maßnahmen

-          Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter*innen

-          Kostenkalkulation

-          Einbindung und Wissen über lokale Netzwerke im QM Badstraße

Das Projekt ist sofort nach Auswahl des Projektträgers zu beantragen. Zur Abwicklung des Projektes gehört nach Auswahl als Projektträger die eigenständige Beantragung, Umsetzung, Abrechnung und Auswertung (inkl. Sachbericht) in der Förderdatenbank EurekaPlus 2.0 über den Programmdienstleister (PDL) und das Bezirksamt Mitte sowie der selbstständige Abruf der benötigten Fördermittel.

 

Hinweise

Bei dem Auswahlverfahren handelt es sich nicht um ein Interessenbekundungsverfahren gemäß § 7 LHO oder eine Ausschreibung im Sinne des § 55 LHO. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerberin/ des Bewerbers bestehen mit der Teilnahme am Auswahlverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich, Kosten werden den Bewerberinnen und Bewerbern im Rahmen des Verfahrens nicht erstattet.

Bei Projekten mit Angeboten für Kinder und/oder Jugendlichen, die mit Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe nach SGB VIII vergleichbar sind, ist insbesondere der neue § 30a Bundeszentralregistergesetz (BZRG) zur Sicherung des Kinderschutzes zu beachten. Für Personen, die beruflich, ehrenamtlich oder in sonstiger Weise kinder- oder jugendnah tätig sind oder tätig werden sollen, ist ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Die entsprechenden Kosten sind bei der Projektkalkulation einzuplanen.

Nutzungsrechte:

Bei der Auswahl als Träger zur Umsetzung des Projektes verpflichtet sich der Zuwendungsempfänger, dem Land Berlin sämtliche Nutzungsrechte an den Werken einzuräumen, die im Zusammenhang mit der Förderung entstehen und bei denen der Zuwendungsempfänger Urheber ist (z. B. Nutzungsrechte für Fotos oder andere Bildmaterialien zur Weiterverwendung). Dies umfasst auch die Nutzungsrechte Dritter, die dem Zuwendungsempfänger im Zusammenhang mit der Förderung übertragen werden. Die Zustimmung zur Abtretung der Nutzungsrechte ist im weiteren Verfahren abzugeben und eine Voraussetzung für die Förderung des Projektes.

Berlin, den 13.06.2019