Kiezkosmos liest! - Lesefestival im Badstraßenkiez bis zum 15.11.

Kiezkosmos liest! – Lesefestival im Badstraßenkiez

In diesem Jahr heißt es erstmalig im Badstraßenkiez „Kiezkosmos liest!“. Unter der Regie der Agentur SmArt GbR in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Badstraße finden vielseitige Lesungen und themenspezifische Begleitveranstaltungen bei freiem Eintritt statt.

PROGRAMM

Freitag, 1.11., 19:30 Uhr: Marga Sonnen liest aus ihrem Buch „Wir nahmen uns unsere Körper vor“ mit anschließender Diskussion im Schriftstellerhaus/phase1, Spanheimstr. 1.

Die Ich-Erzählerin Stine träumt von der technischen Erweiterung ihres Körpers. Nachdem sie Pam bei einer Cyborg Konferenz kennengelernt hat, wird die Realisierung dieses Traums greifbar. Stine ist schwer beeindruckt von Pam, die nach Hirn- und Beinoperationen längst ein vollständiger Cyborg ist. In ihrem Labor entwerfen die beiden gemeinsam Stines dritten Arm, spielerisch und virtuell erweitern sie ihre Realität. Mit der Operation, bei der Stine ein dritter Arm angesetzt und mit ihrem Rückenmark verbunden wird, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt.

Der Text lädt ein, sich mit dem Phänomen der Körpererweiterung und -optimierung auseinanderzusetzen, unter der jede und jeder etwas anderes versteht.

Zwischen Mensch und Maschine verläuft längst keine klare Trennlinie mehr. Über den Prozess der Annäherung und Verzahnung beider Systeme sowie dessen (mögliche) Folgen soll im Anschluss an die Lesung gerne diskutiert werden.

Dienstag, 5.11., 19:00 Uhr: Nikola Karlsson liest aus ihrem Roman „Licht über dem Wedding“ in der Bibliothek am Luisenbad, Badstr. 39.

Schonungslos und zärtlich erzählt Nicola Karlsson von Hoffnung, Schuld und von der ungreifbaren Nähe zwischen uns Menschen. In einem Haus im Wedding prallen Welten aufeinander. Hannah verdient ihr Geld mit einem Modeblog und lebt erst seit kurzem hier. Dem alleinerziehenden Wolf ist von seiner Zeit im Nachtleben nur der Alkohol geblieben. Und seine Tochter Agnes will weder von ihm noch von dem Modepüppchen etwas wissen. Und doch kreuzen sich ihre Wege. Sie verbindet die existenzielle Einsamkeit der Großstadt. Sie sind auf der Flucht und zugleich wie getrieben auf der Suche. Sie ahnen, dass es jemanden gibt, der ist wie sie. Und trotzen dem Leben eine Überraschung ab.

Mittwoch, 6.11., 10:45 Uhr: Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel liest aus seinem Lieblingskinderbuch in der Rudolf-Wissell-Grundschule, Ellerbeker Str. 7.

Das ist eine geschlossene Veranstaltung.

15:30 Uhr: Tanja Langer liest aus ihrem Roman „Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung“ im Grüntaler Treff, Grüntaler Str. 21.

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. 
Linda lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, „arbeitete sie für den Direktor des englischen Kinos“. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im „Astra Cinema“ an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als „Flüchter“ durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Donnerstag, 7.11., 19:30 Uhr: Edgar Rai liest aus seinem Buch „Im Licht der Zeit“ in der Thalia Buchhandlung / Gesundbrunnen Center, Badstr. 4.

Der Roman schildert die kurze, rauschhafte Epoche des beginnenden Tonfilms in Deutschland. Es ist die Geschichte rund um den Ufa-Film „Der Blaue Engel“, der alle Beteiligten zu legendären Figuren des deutschen Films gemacht hat: vor allem Marlene Dietrich, die die abgründige Figur der Rosa Fröhlich verkörpert und den biederen Professor ins Unglück stürzt, wird vom Revuegirl zum Weltstar. Edgar Rai erzählt diese Geschichte aus dem Jahr 1929 mit einer beispiellosen Wucht, Originalität und Bildhaftigkeit.

Samstag, 9.11., 19:30 Uhr: Werkstattlesung, als Abschluss eines Seminars zum Thema „9.11.(89)“ im Schriftstellerhaus/phase1, Spanheimstr. 1.

Drei Tage haben sich Autor*innen im Schriftstellerhaus mit dem sogenannten Schicksalstag der Deutschen, dem 9. November 1989/1938/1923/1918, auseinandergesetzt - auf ganz persönliche Art, aber auch die gesellschaftliche und historische Dimension dieses Datums immer im Blick behaltend. Eine Auswahl aus der Vielfalt der entstandenen Texte präsentieren die Autor*innen des Seminars 9. November (1989) am Abend des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls in einer Werkstattlesung.

Danach ist Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich mit den Autor*innen auszutauschen.

Montag, 11.11. um 11:40 Uhr, Zeitzeugengespräche „Wohin führt Fanatismus? Kindersoldaten damals und heute“ in der Willy-Brand-Oberschule, Grüntaler Str. 5

In der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges wurden Kinder und Jugendliche zum Kriegseinsatz herangezogen. Hitler und die Wehrmachtführung hatten keinerlei Bedenken, auch 14- und 15-jährige „Hitlerjungen“ zu mobilisieren. Viele meldeten sich sogar freiwillig. Viele von ihnen fanden den Tod oder blieben für ihr Leben gekennzeichnet, körperlich oder seelisch. Der Einsatz von „Kindersoldaten“ im Zweiten Weltkrieg ist kein Einzelphänomen. Weltweit werden etwa 250.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auch heute in Kampfhandlungen eingesetzt.

Die Deutsche Gesellschaft e. V. bietet daher Zeitzeugengespräche an. Ausgewählten Schicksalen sollen Gehör verschafft werden – als Rückblick auf die menschenverachtende Diktatur und als Mahnung, wohin Fanatismus führen kann.

Das ist eine geschlossene Veranstaltung.

Dienstag, 12.11., 19 Uhr: Patricia Holland Moritz liest aus ihrem Krimi „Der Menschenleser“ in der Literatur- und Theaterwerkstatt, Zingster Str. 15, Eingang Bellermannstr.

Deutschland Ende der 1960er Jahre. Kindermorde erschüttern West und Ost. Auf der einen Seite der pädosexuelle Serienmörder Jürgen Bartsch in Nordrhein-Westfalen. Auf der anderen Seite drei grausame Morde in der brandenburgischen Kleinstadt Eberswalde. Panik breitet sich aus und Schuldige werden gesucht, auch unter der sowjetischen Besatzungsmacht. Die Ermittler der Kriminalpolizei stehen unter enormem Druck in einem System, das auf Anpassung basiert und am Kompetenzgerangel der Staatsorgane scheitert. Nur der Forensiker Paul Semper, ein kauziger Einzelgänger an der Berliner Charité, versucht in jenem Land, in dem jedes individuelle Leben unter staatliche Obhut gestellt war, neue Ansätze der Täteranalyse und des Verständnisses der menschlichen Abgründe zu entwickeln.

Mittwoch, 13.11., 18 Uhr: Ralf Schmiedecke präsentiert seinen Lichtbildervortrag „Berlin Wedding – Rund um den Badstraßenkiez im Jahre 1920“ in der Bibliothek am Luisenbad, Badstr. 39.

Den Berliner Bezirk Wedding so darzustellen, wie er 1920 gebildet wurde, ist das Ziel des Autors und Berliner Kiezhistorikers Ralf Schmiedecke. Zu sehen sind Bilder rund um den Badstraßenkiez. Dazu erzählt er Wissenswertes und Unterhaltsames.

Donnerstag, 14.11., 10:45 Uhr: Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel liest aus seinem Lieblingskinderbuch

in der Rudolf-Wissell-Grundschule, Ellerbeker Str. 7.

Das ist eine geschlossene Veranstaltung.

Freitag, 15.11., 19:30 Uhr: Thomas Elbel liest aus seinem Krimi „Die Todesbotin“ i.R.d. 10. Berliner Krimimarathons

in der Thalia Buchhandlung –Gesundbrunnen Center, Badstr.4.

Berlin-Neukölln: Ein Deutschtürke liegt erschossen in seinem Handyladen. Kurz darauf findet man nach einer Explosion in einer verlassenen Kinderklinik die Leiche eines jungen Flüchtlings. Spuren legen eine Verbindung zu dem Mord in Neukölln nahe. Der Staatsschutz vermutet einen terroristischen Hintergrund und reißt beide Fälle an sich. Viktor Puppe und seine Kollegen vom Berliner LKA verfolgen eine ganz andere Spur, die sie zu einer zwielichtigen »völkischen Siedlung« vor den Toren der Stadt führt. Viktor schleust sich in die Gemeinschaft ein und ist bei den Ermittlungen von nun an auf sich allein gestellt …

 

Die Veranstaltungen werden organisiert von SmArt- StadtMuster Art.e.m Berlin GbR im Auftrag des Quartiersmanagements Badstraße und ist gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms »Zukunftsinitiative Stadtteil (ZIS II)« Teilprogramm »Soziale Stadt«.