Einblicke in die Planung

Meine erste Quartiersratssitzung

Für meine Ausbildung zur Eventmanagerin bin ich vor einigen Monaten in meine Traumstadt Berlin gekommen, denn für diesen Job ist das wohl die beste Stadt. So habe ich für die Zeit meiner Praxisphase einen Platz bei georg+georg gefunden. Am heutigen Abend begleite ich meine Kollegin Annette Wolter zur Quartiersratssitzung.

Großes Thema unter den Quartiersräten: Die Spielplätze im Kiez

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Als Neu-Berlinerin hat mir der Name Badstraßen-Kiez noch nicht sonderlich viel gesagt, was sich während der Sitzung relativ schnell ändert, auch wenn einige Fragen offen blieben. Was genau macht eigentlich so ein Quartiersrat und worin liegen die Schwerpunkte seiner Arbeit? Das waren Fragen, die mir kurz vorher noch durch den Kopf wanderten, auf dem Weg zur regulären monatlichen Sitzung des Quartiersrates im QM-Gebiet Badstraße. In einem Raum mit einem großen runden Tisch versammelte sich eine bunte Mischung aus Bewohnern und Akteuren des Badstraßen-Kiezes. Auf dem Tisch wurden verschiedene Getränke und gesunde Snacks vorbereitet.

 

Panke Parcours 2017, hier die Reggae-Bühne "Hummer" nahe der Seestraße

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Das Treffen begann dieses Mal mit Gästen: Das Panke Parcours-Team – vertreten durch Kollegin Wolter – stellte sich vor und erzählte von der bevorstehenden Veranstaltung und wie sie dieses Jahr ablaufen soll. Die Frage war unter anderem, ob sich der Quartiersrat beim Panke Parcours beteiligen möchte. Der Panke Parcours ist eine mit QM-Mitteln der Nachbarn aus dem Soldiner Kiez geförderte Musikveranstaltung, die im September stattfindet. In unserer Sitzung wurde festgehalten, dass der Quartiersrat gemeinsam mit dem Team des QM Badstraße einen Stand beim Panke-Parcours übernehmen sowie über die bevorstehende Wahl des Quartiersrates und der Aktionsfondsjury informieren wird.

Anschließend saß ich als einzige aus meinem Team noch im Raum. So konnte die Quartiersratssitzung ihren Lauf nehmen. Besprochen wurden viele Themen, die den Kiez betreffen und geklärt werden müssen. Wie werden verschiedene Projekte gestaltet, Veranstaltungen gemacht und finanziert – und wie geht es dabei den Anwohnern? Für mich war es spannend, in diese Planungen Einblick erhalten zu dürfen, da mir vorher nicht ganz bewusst war, was und wieviel genau dahintersteckt. Ich war erstaunt, wie detailliert die Projektverantwortlichen ihre Veranstaltungen und Aktionen ausführen müssen, um eine Förderung zu erhalten. Zudem beeindruckte mich die wohlwollende und unterstützende Haltung der Kolleginnen und Kollegen aus dem Quartiersmanagement.

Nahe der Wilma ist der Zugangspunkt des Badstraßenkiezes zur Panke. 2016 und 2017 wurden die Beiträge der Wilma zum Panke Parcours über den Aktionsfonds gefördert.

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Der nächste Tagesordnungspunkt war eine Abstimmung. Die Frage, ob man einige Projektideen nicht zusammen denken könnte. Für mich war es nicht ganz leicht, dieser eingefleischten Gruppe zu folgen, denn viele Abkürzungen und schnellen Schlagworte sagten mir als "Neuling" natürlich nicht ganz so viel. Das soll allerdings nicht heißen, dass dadurch der Abend uninteressant wurde. Schließlich wurde noch über die finanzielle Aufteilung der Fördergelder für die Erneuerung der Spielplätze Blochplatz, Grüntaler Straße und Eulerstraße gesprochen. Der Eulerspielplatz kriegt 175.000 Euro, der an der Grüntalerstraße erhält 100.000 Euro und der Blochplatz-Spielplatz 120.000 Euro zur Erneuerung der Spielgeräte und eventuell für neue Bänke. Zum Schluss erläuterte Quartiersmanagerin Özlem Ayaydinli noch den allgemeinen Finanzplan 2018 für die QM-Arbeit.

Alles in allem war es eine sehr aufschlussreiche und interessante Erfahrung, mal hinter die Kulissen der Stadt, der Kieze blicken zu dürfen. Ich muss aber zugeben, dass die Abläufe der detaillierten Planung eines Kiezes anders sind, als ich sie erwartet hatte. Dass sich doch so viele Menschen zusammensetzen, um über die Planung von Festen oder die Erneuerungen der Spielanlagen zu sprechen, hatte ich nicht gedacht. Das sind Sachen, über die man sich eigentlich kaum Gedanken macht, wenn man durch seinen Kiez geht. Dementsprechend ziehe ich meinen Hut vor der QM-Arbeit und vor allem dem ehrenamtlichen Engagement der Quartiersräte, die mit viel Freude und Herzblut bei der Sache sind. Und zum Schluss noch vielen lieben Dank an das Quartiersmanagement Badstraße, dass ich an der Sitzung teilnehmen konnte und nun darüber berichten darf.

Text: Paula Elspas, Fotos: Johannes Hayner